So ist die Einkommensteuererklärung aufgebaut
Jede Steuererklärung beginnt mit dem Hauptvordruck. Er heißt auch Mantelbogen und enthält deine persönlichen Angaben: Name, Adresse, Steuernummer, Bankverbindung und Angaben zu Veranlagung und Freibeträgen. Den Hauptvordruck füllst du immer aus.
Daneben gibt es zahlreiche Anlagen. Jede Anlage deckt einen bestimmten Bereich ab, etwa eine Einkunftsart oder eine Gruppe von Abzügen. Die Finanzverwaltung benennt sie nach dem Inhalt, zum Beispiel Anlage N für Arbeitnehmer.
Du füllst nur die Anlagen aus, die zu deinem Fall passen. Ein Angestellter ohne weitere Einkünfte braucht meist nur den Hauptvordruck, die Anlage N und die Anlage Vorsorgeaufwand. Kommen Kinder, Vermietung oder Kapitalerträge dazu, ergänzt du die passenden Vordrucke.
Welche Anlage gehört zu welcher Einkunftsart?
Die Anlage richtet sich nach deinen Einkünften. Arbeitnehmer tragen Lohn, Werbungskosten und Pendelfahrten in die Anlage N ein. Die Homeoffice-Pauschale beträgt 6 € je Tag, höchstens 210 Tage im Jahr. Die Pendlerpauschale liegt 2026 bei 0,38 € ab dem ersten Kilometer.
Rentner nutzen die Anlage R für gesetzliche und private Renten. Vermieter erklären Einnahmen und Werbungskosten in der Anlage V. Kapitalerträge gehören in die Anlage KAP, wenn die Abgeltungsteuer sie nicht abschließend abgilt.
Gewerbetreibende füllen die Anlage G aus, Freiberufler die Anlage S. Beide reichst du nur noch elektronisch ein. Einkünfte aus dem Ausland erfasst du in der Anlage AUS, bei Arbeitslohn zusätzlich in der Anlage N-AUS. Was Arbeitnehmer absetzen können, steht im Ratgeber Werbungskosten.
Anlagen für Abzüge und Vergünstigungen
Viele Anlagen drehen sich nicht um Einnahmen, sondern um Abzüge. Spenden, Kirchensteuer, Unterhaltsleistungen und die erste Berufsausbildung trägst du in die Anlage Sonderausgaben ein. Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung stehen dagegen in der Anlage Vorsorgeaufwand.
Außergewöhnliche Belastungen wie Krankheits- oder Pflegekosten meldest du in der Anlage Außergewöhnliche Belastungen. Für Handwerker und Haushaltshilfen gibt es die Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen. Dort zieht das Finanzamt 20 % der Aufwendungen direkt von der Steuer ab, bei Handwerkerleistungen höchstens 1.200 € und bei haushaltsnahen Dienstleistungen höchstens 4.000 €.
Für Kinder füllst du je Kind eine Anlage Kind aus. Darin stehen Angaben zu Kinderfreibetrag, Betreuungskosten, Schulgeld und dem Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Bei Zusammenveranlagung gibst du einen gemeinsamen Satz Anlagen für dich und deinen Partner ab.
Woher du die Formulare bekommst
Die Vordrucke stellt die Finanzverwaltung kostenlos bereit. Du findest sie als PDF auf der Formularseite des Bundesfinanzministeriums und in vielen Landesportalen. Für jedes Veranlagungsjahr gibt es einen eigenen Satz.
Dein Finanzamt schickt dir keine Papierformulare mehr. Wer auf Papier abgibt, muss die Vordrucke selbst ausdrucken. Zeilennummern und Werte ändern sich von Jahr zu Jahr, lade deshalb immer die Fassung für dein Steuerjahr herunter.
Bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit ist die elektronische Übermittlung Pflicht. Alle anderen können weiterhin Papier einreichen. Die Fristen für die Abgabe findest du im Ratgeber Abgabefristen.
Formulare online ausfüllen
Über Mein ELSTER füllst du dieselben Anlagen am Bildschirm aus und schickst sie digital ab. Dafür brauchst du ein Konto und deine Steuer-Identifikationsnummer. Wie das geht, zeigt die Anleitung Mein ELSTER registrieren.
Viele Angaben liegen dem Finanzamt schon vor. Mit dem Belegabruf holst du Lohnsteuerbescheinigung, Rentenbezugsmitteilung und Vorsorgebeiträge in deine Erklärung.
Wie du einzelne Anlagen ausfüllst, erklären die ELSTER-Anleitungen, etwa die Anlage N in ELSTER. Wenn nach der Abgabe etwas falsch ist, hilft der Einspruch über ELSTER.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich Formulare für Steuererklärungen?+
Die Formulare stellt die Finanzverwaltung kostenlos bereit, unter anderem auf der Formularseite des Bundesfinanzministeriums. Das Finanzamt verschickt keine Vordrucke mehr, du lädst sie also selbst als PDF herunter. Alternativ füllst du die Anlagen direkt in Mein ELSTER aus.
Wo trage ich Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb in der Steuererklärung ein?+
Diese Einkünfte gehören in die Anlage G. Dort erklärst du den Gewinn oder Verlust deines Betriebs, den du zuvor etwa per Einnahmenüberschussrechnung ermittelt hast. Die Anlage G reichst du nur elektronisch ein und gibst sie zusammen mit dem Hauptvordruck ab. Freiberufler nutzen statt der Anlage G die Anlage S.
Wo findet man Sonderausgaben in der Steuererklärung?+
Sonderausgaben stehen in der Anlage Sonderausgaben. Dort trägst du Spenden, Mitgliedsbeiträge, gezahlte Kirchensteuer, Unterhaltsleistungen und Kosten der ersten Berufsausbildung ein. Versicherungsbeiträge und Altersvorsorge gehören dagegen in die Anlage Vorsorgeaufwand.
Wann kommen die Steuerformulare für 2026?+
Die Vordrucke für ein Steuerjahr erscheinen meist zu Beginn des Folgejahres. Einzelne Vordrucke und Anlagen folgen in ELSTER teils etwas später. Sobald die Fassung veröffentlicht ist, kannst du sie kostenlos herunterladen.
Welche Formulare brauche ich für meine Steuererklärung?+
Immer dabei ist der Hauptvordruck, den jede Person ausfüllt. Danach entscheidet dein Einkommen: Anlage N für Arbeit, Anlage R für Renten, Anlage V für Vermietung und so weiter. Für Abzüge kommen etwa Anlage Sonderausgaben, Anlage Vorsorgeaufwand oder Anlage Kind hinzu.
Kann ich die Formulare auch auf Papier abgeben?+
Ja, solange du keine Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbe oder selbständiger Arbeit hast. In diesen Fällen ist die elektronische Übermittlung Pflicht. Papierformulare musst du selbst ausdrucken und unterschrieben einreichen.