ELSTER Schritt für Schritt: zuerst das Benutzerkonto
Für die elektronische Abgabe brauchst du ein ELSTER-Benutzerkonto. Auf der Startseite wählst du „Benutzerkonto erstellen“ und danach die Variante „Für eine Privatperson“. Halte deine Steuer-Identifikationsnummer und dein Geburtsdatum bereit.
Es gibt drei Wege: die Zertifikatsdatei, die App ElsterSecure oder den Personalausweis mit AusweisApp. Bei der Zertifikatsdatei gibst du Identifikationsnummer, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse an und legst einen Benutzernamen fest. Anschließend kommen die Aktivierungs-ID per E-Mail und der Aktivierungscode per Post. Mit beiden schließt du die Registrierung ab und lädst die Zertifikatsdatei herunter.
Speichere die Datei sicher und lege eine Kopie an. Die Steuerverwaltung fragt niemals per E-Mail nach Steuernummer, Kontodaten oder PIN. Solche Nachrichten löschst du am besten ungelesen. Wie die Registrierung im Einzelnen abläuft, zeigt die Anleitung Mein ELSTER registrieren.
- Zertifikatsdatei: von der Finanzverwaltung empfohlen, Speicherung auf dem eigenen Rechner
- ElsterSecure: Anmeldung über Smartphone oder Tablet ohne Zertifikatsdatei
- Personalausweis: Login mit AusweisApp, wenn du den neuen Ausweis im Scheckkartenformat hast
Anmelden und die passenden Formulare wählen
Mit Zertifikatsdatei und Passwort oder mit ElsterSecure meldest du dich an. Danach öffnet sich dein persönlicher Bereich mit Posteingang, gespeicherten Entwürfen und dem Ordner für Belege. Über „Formulare & Leistungen“, „Alle Formulare“ und „Einkommensteuer“ wählst du die Einkommensteuererklärung und das Steuerjahr.
Zur Erklärung gehört immer der Hauptvordruck. Dazu kommen nur die Anlagen, die zu deinen Einkünften und Ausgaben passen. Arbeitnehmer füllen die Anlage N aus, Rentner die Anlage R. Für Kinder gibt es je Kind eine Anlage Kind, für Spenden und Ausbildungskosten die Anlage Sonderausgaben. Versicherungsbeiträge trägst du in die Anlage Vorsorgeaufwand ein.
Für die Steuernummer wählst du das Bundesland und gibst die vorhandene Nummer ein, das Finanzamt wird automatisch ermittelt. Fehlt sie, beantragst du sie im gleichen Abschnitt neu und wählst dein zuständiges Finanzamt aus. Hilfe bietet die Finanzamtssuche. Wer Rente oder Pension erhält, kann bei ELSTER außerdem einen geführten Dialog nutzen; die nötigen Unterlagen stehen in der Checkliste für Rentner.
Belegabruf: Daten vom Finanzamt übernehmen
Viele Angaben liegen dem Finanzamt bereits vor. Mit dem Belegabruf holst du Lohnsteuerbescheinigung, Rentenbezugsmitteilung, Vorsorgebeiträge und weitere Bescheinigungen ab und übernimmst sie direkt in die Formulare. Das spart Tipparbeit und verhindert Zahlendreher.
Prüfe die übernommenen Werte trotzdem Zeile für Zeile. Fehlt eine Bescheinigung, kannst du sie von Hand eintragen und den Beleg später nachreichen. Unterlagen fordert das Finanzamt nur bei Bedarf an.
Sammle deine Belege frühzeitig und sortiere sie nach Themen. Passende Listen findest du in den Checklisten für Arbeitnehmer, Familien, Rentner und Studierende. Den Hintergrund erklärt der Ratgeber Belegabruf.
Ausfüllen, prüfen und absenden
Die gewählten Anlagen erscheinen auf der Startseite und werden nacheinander ausgefüllt. Zu vielen Feldern gibt es kurze Hilfetexte, die du aufklappen kannst. Speichere zwischendurch deinen Entwurf, dann kannst du später weitermachen.
Vor dem Absenden läuft eine Plausibilitätsprüfung. Sie meldet leere Pflichtfelder und widersprüchliche Beträge. Zusätzlich zeigt ELSTER eine unverbindliche Steuerberechnung, an der du deine Eingaben kontrollieren kannst.
Nach dem Versenden erhältst du ein Übertragungsprotokoll. Mit der Nummer daraus verfolgst du den Stand deiner Erklärung. Stimmst du der elektronischen Bereitstellung zu, kommt der Bescheid digital; mehr dazu im Beitrag Steuerbescheid kommt digital und im Ratgeber Steuerbescheid verstehen.
- Hauptvordruck und Anlagen der Reihe nach öffnen und ausfüllen
- Datenübernahme aus dem Vorjahr nutzen und jede Angabe prüfen
- Plausibilitätsprüfung starten und die Hinweise abarbeiten
- Erklärung versenden und das Übertragungsprotokoll speichern
Häufige Fragen
Kann man bei ELSTER was falsch machen?+
Ja. Typische Fehler sind eine falsche Anlagenauswahl, vertauschte Beträge und vergessene Zeilen. Die Plausibilitätsprüfung vor dem Absenden erkennt leere Pflichtfelder und offensichtliche Widersprüche. Nach dem Versenden lässt sich die Erklärung nur noch korrigieren, etwa über eine berichtigte Abgabe oder einen Einspruch.
Wie fülle ich das ELSTER-Formular richtig aus?+
Arbeite die Anlagen der Reihe nach ab und lies die Hilfetexte zu den einzelnen Feldern. Halte deine Belege bereit und trage nur Beträge ein, die du belegen kannst. Nutze den Belegabruf, damit Bescheinigungen in den richtigen Zeilen landen, und prüfe die übernommenen Werte.
Wie kann ich ELSTER bedienen?+
Nach der Anmeldung gehst du auf „Formulare & Leistungen“ und wählst „Alle Formulare“ sowie die Einkommensteuer. Dort wählst du das Steuerjahr und die passenden Anlagen. Zwischenspeichern ist jederzeit möglich, das Absenden erfolgt am Ende über die Versandfunktion.
Welche Anlage sollte man bei ELSTER ausfüllen?+
Das richtet sich nach deinen Einkünften und Ausgaben. Arbeitnehmer brauchen die Anlage N, Rentner die Anlage R, Eltern je Kind die Anlage Kind. Dazu kommen Anlagen für Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen, haushaltsnahe Aufwendungen und außergewöhnliche Belastungen.
Kostet die Steuererklärung mit ELSTER etwas?+
Für Privatpersonen ist die Nutzung von Mein ELSTER kostenlos, Gebühren fallen für Erstellung und Übermittlung nicht an. Allerdings bietet das Portal weniger Ausfüllhilfen als manche andere Programme. Ob und welche Unterstützung für deinen Fall sinnvoll ist, hängt von deiner Situation ab.