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Grundlagen

Solidaritätszuschlag: Wer zahlt ihn noch?

Freigrenze 2026, Milderungszone und Soli auf Kapitalerträge: So prüfst du, ob du den Solidaritätszuschlag noch zahlen musst.

Geprüft am Lesezeit 5 Min. · 2 Quellen
Lohnabrechnung mit hervorgehobener Zeile zum Solidaritätszuschlag

Was ist der Solidaritätszuschlag?

Der Solidaritätszuschlag, kurz Soli, ist eine Ergänzungsabgabe zur Einkommensteuer und zur Körperschaftsteuer.

Er beträgt 5,5 % der festgesetzten Einkommen- oder Körperschaftsteuer.

Eingeführt wurde die Abgabe 1991 zunächst befristet, seit 1995 wird sie dauerhaft erhoben.

Du zahlst den Soli zusätzlich zur Einkommensteuer, nicht an ihrer Stelle.

Freigrenze 2026: Wer keinen Soli zahlt

Ob Soli anfällt, hängt nicht von deinem Einkommen ab, sondern von deiner Einkommensteuer.

Die Freigrenze liegt 2026 bei 20.350 € Einkommensteuer im Jahr.

Bei Zusammenveranlagung gilt der doppelte Wert von 40.700 €.

2025 lagen die Grenzen bei 19.950 € und 39.900 €.

Freigrenze beim Solidaritätszuschlag
Veranlagung20252026
Einzelveranlagung19.950 €20.350 €
Zusammenveranlagung39.900 €40.700 €

Bemessungsgrundlage ist die festgesetzte Einkommensteuer, nicht das Einkommen.

Milderungszone: So steigt der Soli an

Liegt deine Steuer nur knapp über der Freigrenze, zahlst du nicht sofort die vollen 5,5 %.

In der Milderungszone wächst der Soli mit jedem Euro Steuer langsam an.

Der Zuschlag beträgt dort höchstens 11,9 % des Betrags über der Freigrenze.

Erst bei deutlich höheren Einkommen greift der volle Satz, bei kinderlosen Alleinstehenden ab einem zu versteuernden Einkommen von rund 117.000 €.

Solidaritätszuschlag auf Kapitalerträge

Auf Kapitalerträge fällt der Soli weiterhin an, unabhängig von deinem sonstigen Einkommen.

Die Bank behält 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Soli ein.

Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € je Person bleibt alles steuerfrei.

Hast du einen Freistellungsauftrag erteilt, fällt deshalb auch kein Soli an.

Über die Günstigerprüfung in der Anlage KAP prüft das Finanzamt, ob dein persönlicher Steuersatz günstiger ist.

Soli für Unternehmen und Selbstständige

Kapitalgesellschaften zahlen den Soli auf ihre Körperschaftsteuer, ohne Freigrenze.

Selbstständige und Freiberufler zahlen ihn nur, wenn ihre Einkommensteuer über der Freigrenze liegt.

Für sie gilt damit dieselbe Entlastung wie für Arbeitnehmer.

  • Kapitalgesellschaften wie GmbH und AG: Soli auf die Körperschaftsteuer, ohne Freigrenze.
  • Kapitalanleger: Soli auf die Kapitalertragsteuer, ebenfalls ohne Freigrenze.
  • Arbeitnehmer, Selbstständige und Rentner: Soli nur oberhalb der Freigrenze.

Ist der Solidaritätszuschlag verfassungsgemäß?

Das Bundesverfassungsgericht hat den Soli in seiner heutigen Form bestätigt.

Zuvor hatte der Bundesfinanzhof die Abgabe als verfassungskonform eingeordnet.

Der Bund muss den Finanzierungsbedarf regelmäßig beobachten.

Die politische Diskussion über eine Abschaffung läuft weiter, Details dazu findest du hier: Bundesverfassungsgericht: Soli bleibt.

Soli berechnen und im Bescheid prüfen

Wie viel Soli du zahlen musst, steht in deinem Einkommensteuerbescheid.

Mit dem Einkommensteuer-Rechner kannst du deine Werte vorab schätzen.

Hältst du die Berechnung für falsch, kannst du innerhalb der Frist Einspruch einlegen.

Wie du den Bescheid liest, erklärt der Ratgeber Steuerbescheid verstehen.

BeispielBeispiel: Paar mit 38.000 € Einkommensteuer (2026)
Einkommensteuer des Paares38.000 €
Freigrenze bei Zusammenveranlagung40.700 €
Abstand zur Freigrenze2.700 €
Solidaritätszuschlag0 €
ErgebnisDie Steuer liegt unter der Freigrenze, es fällt kein Soli an.

Häufige Fragen

Wer muss den Solidaritätszuschlag noch zahlen?

Seit 2021 zahlen ihn nur noch Steuerpflichtige, deren Einkommensteuer über der Freigrenze liegt. 2026 sind das 20.350 €, bei Zusammenveranlagung 40.700 €. Zusätzlich fällt er auf Kapitalerträge und auf die Körperschaftsteuer von Kapitalgesellschaften an.

Wie hoch ist derzeit der Solidaritätszuschlag?

Der Normalsatz beträgt 5,5 % der Einkommen- oder Körperschaftsteuer. Knapp über der Freigrenze gilt in der Milderungszone ein niedrigerer Satz. Auf Kapitalerträge kommen 5,5 % auf die Kapitalertragsteuer hinzu.

Was versteht man unter Solidaritätszuschlag?

Er ist eine Ergänzungsabgabe zur Einkommen- und Körperschaftsteuer. Die Einnahmen stehen dem Bund zu. Ursprünglich war die Abgabe befristet, seit 1995 wird sie dauerhaft erhoben.

Wer zahlt den Solidaritätszuschlag 2026?

2026 zahlen ihn Alleinstehende ab mehr als 20.350 € Einkommensteuer und Paare ab mehr als 40.700 €. Dazu kommen Kapitalanleger mit Erträgen über dem Sparerpauschbetrag und Kapitalgesellschaften auf ihre Körperschaftsteuer.

Warum zahle ich auf Zinsen und Dividenden noch Soli?

Auf Kapitalerträge gilt die Freigrenze nicht, deshalb bleibt der Soli hier bestehen. Erst wenn dein Freistellungsauftrag die Erträge abdeckt, fällt keine Abgeltungsteuer und damit auch kein Soli an.

Wann wird der Solidaritätszuschlag abgeschafft?

Einen festen Termin gibt es nicht. Die Abgabe ist unbefristet angelegt und der Bund hält an ihr fest. Über eine vollständige Abschaffung wird politisch weiter diskutiert.

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Quellen und Rechtsgrundlagen

  1. Solidaritätszuschlaggesetz 1995 (SolzG 1995)
  2. § 32a EStG – Einkommensteuertarif

Gesetzestexte verlinken auf gesetze-im-internet.de (Bundesministerium der Justiz). BMF-Schreiben mit Datum und Fundstelle ergänzen.

Änderungshistorie

  • Überarbeitet, Werte und Fristen für 2025 und 2026 aktualisiert

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Die Redaktion von steuern.org schreibt und prüft alle Ratgeber, Rechner und Glossarbeiträge. Grundlage sind Gesetzestexte, Schreiben des Bundesfinanzministeriums und Urteile des Bundesfinanzhofs. Ändert sich das Recht, aktualisieren wir die betroffenen Inhalte und vermerken das Datum.

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